
|
|
|
|
www.niger-meteorite-recon.de
Meteoritica
Seite
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
Meteoritensammlung

Die Meteoritensammlung Buhl enthält eine Reihe für
die Geschichte der Meteoritenforschung wegweisende Publikationen, die heute
zu den bibliophilen Raritäten zählen. Darunter befinden sich Originalwerke
führender zeitgenössischer Forscher und Wissenschaftler wie A. Brezina, E. F. F.
Chladni, W. S. Clark, E. Cohen, G. A. Daubrée, W. Haidinger, N. S. Maskelyne,
C. U. Shepard, E.
Weinschenk and E. A. Wuelfing. Diese Webseite zeigt eine Auswahl sortiert nach dem Erscheinungsjahr.
Inventar # C 066
Chronologisches Verzeichnis der mit einem Feuermeteor niedergefallenen
Stein- und Eisenmassen, nebst einigen Bermerkungen von Dr. E.F.F. Chladni
In: Annalen der Physik, Jahrgang 1803, Stueck 11. Halle 1803. 21 Seiten
Dieser Text bietet eine profunde Zusammenfassung der bis
dato bekannten mit einem Feuerball herabgefallenen Meteoriten.
Die Zusammenstellung ist als Ergänzung zu Chladnis Arbeit zu den "Feuermeteoren" aus dem Jahr 1794 zu verstehen,
in der er erstmals seine Theorie von der kosmischen Herkunft der meteorischen Massen veröffentlichte.
Im vorliegenden Text verwendet Chladni die Falldarstellungen vor allem dazu, seine Theorie gegen
Angriffe konservativer Kollegen zu verteidigen, die seiner Theorie ablehnend gegenüberstanden.
Insbesondere zielt er dabei auf die Miglieder der Academie Francaise.
Das bemerkenswerte an diesem Text ist das Publikationsdatum im Herbst 1803. Also in jenem Jahr,
in dem sich der berühmte Meteoritenfall von L'Aigle ereignete. L'Aigle war das Ereignis, das
gerade im Begriff war, das gesamte Weltbild der Meteoritenforschung radikal zu revolutionieren.
Chladni hat den Fall bereits in seiner Tabelle aufgeführt (Abbildung oben). Jean Baptiste Biots
Bericht an die Academie war gerade erschienen und ließ den Gelehrten nun keine andere Möglichkeit mehr,
als den kosmischen Ursprung der Himmelssteine zu aktzeptieren. Wir dürfen annehmen, dass Chladni
den Zeitpunkt nutze, um allen Widersachern noch einmal in Erinnerung zu rufen,
dass er bereits ein Jahrzehnt zuvor eben diesen kosmischen Ursprung postuliert hatte. Waren
es doch gerade die Mitglieder der Academie gewesen, die ihn und seine Theorie
teils stark polemisch angegriffen hatten ("Man ist versucht zu glauben,
der Verfasser solch absonderlicher Ideen wäre selber von einem solchen Steine am Kopf getroffen worden").
Inventar # C-074
Ueber das Bitburger Meteoreisen
Dr. E. F. F. Chladni, Magdeburg 1825. In: Jahrbuch der Chemie und Physik fuer 1825, Hrsg. v. Dr. J.S.C. Schweigger, Halle 1825
Dass Schweigger Chladnis Brief zum Bitburger Meteoreisen in seinen Jahrbüchern abdruckt, zeigt, wie
wichtig dem Herausgeber das Urteil des Forschers zu diesem problematischen Fall war. Während Dr. Noeggerath und
Dr. Bischoff im ersten Teil des 1825er Bandes eine umfassende historische Darstellung der Fundumstände und eine chemische Analyse
der Materialproben vorstellen, geht Chladni in seinem Brief auf Ähnlichkeiten zu
bekannten anderen Meteoreisen ein. Chladni kritisiert den "barbarischen" Akt des Einschmelzens,
weist aber darauf hin, dass sich die ursprüngliche oktaedrische Struktur des Eisens in einigen unvollständig geschmolzenen
Proben erhalten hat. Widmannstättensche Figuren, so Chladni, seien jedoch keine mehr festzustellen gewesen.
Chladnis Rolle bei der Entdeckung des meteorischen Ursprungs des Bitburger Eisenfundes darf als maßgeblich eingestuft werden.
Bereits 1821 hatte er in Gilberts Annalen der Physik, Seite 342, darauf hingewiesen, dass die fragliche Eisenmasse aufgrund des
von ihm festgestellten Nickelgehaltes "zweifellos meteorischen Ursprungs" sei. Sein Urteil wurde dann, durch
die 1825 im o.g. Band erschienenen Ergebnissen Bischoffs und Noeggeraths bestätigt.
Inventar # C-070
Ueber Meteore
Ferdinand Keller, Zürich 1838. In: An die Züricher Jugend auf das Jahr 1838 - Von der Naturforschenden Gesellschaft. XL. Stueck.
9 Seiten mit einer lithographischen Tafel
Frühe Schweizer Zusammenstellung von meteorischen Phänomenen von Ferdinand Keller.
Der Autor bezieht sich unter anderem auf die Schriften Chladnis und Baron von Reichenbachs
und macht deutlich, dass das Wissen vom kosmischen Ursprung der Meteoriten noch relativ jung ist. Keller erwähnt die
jüngsten Meteoritenfälle von "Connecticut", wo 1807 ein 225 Pfund schweres Eisen vom Himmel fiel und von
"Juvenas" in Frankreich, wo 1821 ein 220 Pfund schwerer Stein herabfiel. An diese Ereignisse knüpft Keller Spekulationen
über die Herkunft und den Ursprung der rätselhaften Massen. Am bemerkenswertesten
erscheinen ihm Theorien, nach denen die Meteoriten Bruchstücke eines einst
grösseren Himmelskörpers darstellen, der in einem katastrophalen Ereignis zerstört wurde
und der sich einst zwischen Mars und Jupiter befunden haben muss.
Der Kupferstich in Kellers Schrift zeigt die Hauptmasse des L'Aigle Falles vom April 1803 (oben links),
eine Masse aus dem Meteoritenfall von Stannern, der am 22. Mai 1808 in Mähren niederging (oben rechts) und
ein Fragment des "Pallas-Eisens", das Pallas 1771 von Tartaren in Sibirien gezeigt
wurde (oben Mitte). Die unteren beiden Abbildungen zeigen eine enorme und langanhaltende multiple Feuerkugel,
die am 3. Juli 1762 in Sachsen und Brandenburg gesehen wurde, bevor sie
nahe Potsdam in einem finalen Knall detonierte. Aus diesem Ereignis wurden nach Keller keine Meteoriten geborgen.
Inventar # C-022
Notice of Lion River, South Africa, Meteoritic Iron. By Charles Upharm Shepard, MD. And of Prof Clark's Thesis on
Metallic Meteorites
Extracted From The American Journal of Science
And Arts, Vol. XV. Second Series. New Haven 1853
Shepard beschreibt die Hintergründe der Entdeckung eines 178 Pfund
schweren Eisenmeteoriten, der auf einem Kalkbett nahe des
Löwenflusses in Südafrika gefunden wurde. Die Masse wurde durch Herrn John Gibbs
per Oxenkarren nach Kapstadt gebracht
und von dort nach London verschifft. Nach Ankunft des Eisens am Amherst College führte
Shepard eine Reihe von Tests durch, ätzte zwei Schnittflächen
und bestimmte unter anderem den Nickelgehalt des Eisenmeteoriten. Obwohl das
Streufeld des später als "Eisen von Mukerop" oder "Gibeon" Meteorit
bekannt gewordenen Meteoriten bereits 1838 durch Hauptmann J.E. Alexander
beschrieben und bereits eine kleine Probe durch Herschel in London untersucht worden war, handelt es sich bei der Löwenfluss-Masse
um das erste komplette Exemplar
des Meteoriten, das außerhalb des Landes gelangte und um das erste Exemplar, das in den USA untersucht wurde.
Shepard geht im Folgenden auf seine Entdeckungen einer ganzen Reihe von unoxidierten Elementen in
Meteoriten ein und verweist darauf, dass seine Erkenntnisse die
Theorie Baron von Reichenbachs unterstützen, dass es sich bei den Meteoriten um
"kleinste Repräsentanten der größeren Weltkörper" handele, "von denen sich erstere
nur in der Größenordnung unterscheiden". Shepard beschreibt außerdem den Meteorstein
von Iowa, der am 25. Februar 1847 gefallen war (Bild oben). Der Scan zeigt die Zeichnung R.
Bakewells, die dieser im Auftrag Shepards aufgrund der
"ungewöhnlichen Vollkommenheit und Perfektion des Steines" angefertigt hatte.
Fortsetzung
Seite
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
Verkauf von Meteoritica
|
|

|
© 2001-2008 NigerMeteoriteRecon
|
|