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Meteoritica
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Meteoritensammlung

Inventar # C-013
Der Meteorit von Kraehenberg
Von Dr. G. Neymayer. In: XXVIII. & XXIX. Jahresbericht der Pollichia, eines naturwissenschaftlichen Vereins
der Rheinpfalz. Duerkheim 1871
Beschreibung des Falles und der Bergung von Deutschlands ästhetisch spektakulärstem Meteoriten.
Bei Krähenberg handelt es sich um einen beobachteten Fall vom 5. Mai 1669.
Um nachzuweisen, dass es sich bei Meteoritenfällen generell keineswegs um Ausnahmeerscheinungen handelt, gelingt es
Neymayer, nicht weniger als acht Fälle aufzulisten, die sich innerhalb eines 12 Monats-Zeitraumes des
Krähenberg Falles in den Jahren 1868 und 1869 ereigneten.
Neymayer liefert detailierte Augenzeugenberichte und eine auf den Beobachtungen basierende
Kalkulation der Flugbahn des Meteoriten. Im "Atlas of Meteors" von 1867 findet er einen Meteor-Radianten, im
Sternbild der Jungfrau, der sich hervorragend mit
seiner Kalkulation des Ursprungspunktes der Krähenberg-Bahn deckte. Dies führte Neymayer
zu der Überzeugung, dass der Krähenberg Meteorit Materie eines Kometen repräsentierte.
Die Krähenberg Masse wog knapp über 16kg und fiel unweit einer Gruppe von
Bauern, die mit Feldarbeit beschäftigt waren. Dabei verfehlte er um nur zwei Meter ein
junges Mädchen, das im Schatten eines Baumes lag und durch den Aufschlag mit
Erde beworfen wurde. Die Bauern fingen sofort an, den Meteoriten auszugraben und
gaben an, der Meteorit sei handwarm gewesen (nicht heiß, wie es in späteren Berichten hieß)
Inventar # C 071 (a-c)
Handschriftlicher Brief von Henry A. Ward, Ward's Natural
Science Establishment, an Dr. E. Cohen, Universität Greifswald
Rochester, New York, 12. Dezember 1895, 2 Seiten (a).
und
The Ward Collection of Meteorites And Specimens For Sale
Enthält "Illustrated Descriptive Catalogue of Meteorites", Ward's Natural
Science Establishment Rochester, New York, 1892, 75 + 8 Seiten (b)
und
American, Australian and Japan Meteorites For Sale
Rochester, N.Y. February 1, 1896, 10 Seiten (c)
Henry Augustus Ward, Wissenschaftler, Entdecker, Museumsausstatter, Gründer von
Ward's Natural Science Establishment und einer der größten Meteoritensammler des 19. Jahrhunderts,
wurde 1834 in Rochester, New York geboren. Ward war eine
schillernde Persönlichkeit und mit
vielen Berühmtheiten seiner Zeit bekannt. Das nebenstehende Bild zeigt ihn
zusammen mit William Cody. Cody (rechts), der später unter dem Namen
"Bufallo Bill" berühmt wurde, unternahm gemeinsam mit Ward Jagdexpeditionen und ließ sich von ihm mehrere
Büfellschädel präparieren.
Henry Ward studierte an der Middlebury
Academy, am Williams College, der Temple Hill Academy und in Paris an der Ecole des Mines.
1860 kehrte er nach mehreren Jahren geologischer Sammlertätigkeit in Europa und Afrika
zurück nach Rochester. Von 1860 an lehrte er Naturwissenschaften an der
Universität Rochester und begann, andere Institute mit Abgüssen,
geologischen Kabinetten und kompletten Sammlungen auszustatten.
Während seiner Zeit in Europa besuchte Ward im Alter von 23 Jahren
die naturkundlichen Sammlungen in
Moskau wo er zum ersten Mal auf Meteoriten traf. Diese sollten
ihn von nun an nicht mehr loslassen. Wo immer Ward sich später aufhielt,
erkundigte er sich nach möglichen Fällen und Funden und knüpfte so weitreichende
Beziehungen zu den institutionellen Kuratoren seiner Epoche.
In den 1870er Jahren verfügte Henry Ward über die größte
Meteoritensammlung auf dem amerikanischen Kontinent.
Emil Cohen war deutscher Mineraloge und wurde 1842 in
Jutland geboren. Nach seinem Studium
an den Universitäten Berlin und Heidelberg ging Cohen für
anderthalb Jahre nach Südafrika, wo er
sich geologisch-mineralogischen Studien widmete. Die folgenden Jahre verbrachte
Cohen damit, seine in Südafrika begonnenen Arbeiten zu publizieren bevor er 1878
Professor für Petrographie in Strassburg wurde.
Dann, 1885, wurde Cohen als
Professor für Mineralogie nach Greifswald berufen. Cohen spezialisierte
sich bereits früh auf das Thema Meteoriten und wurde als Autor seiner dreibändigen
"Meteoritenkunde" berühmt; ein Werk, das zum ersten Mal das gesamte Wissen
seiner Zeit über dieses Gebiet zusammenfasste. Während
seiner Lehrtätigkeit in Strassburg katalogisierte und vermehrte Cohen die dortige
Meteoritensammlung. Später, in Greifswald, publizierte
Cohen neben seiner Meteoritenkunde neben den "Meteoreisenstudien
auch das "Verzeichnis der Meteoriten in der Greifswalder Sammlung",
auf das sich Henry Ward im vorliegenden Brief bezieht.
1889 bennante E. Weinschenk in Anbetracht der Leistungen Cohens
auf dem Gebiet der Meteoritenkunde das Nickel-Eisen Mineral "Cohenit" [(Fe,Ni)3C] zu Ehren Cohens.
Wards Brief an Emil Cohen stellt ein zeitgenössisches Dokument dar,
das wie kein anderes geeignet ist, die Bildung der großen internationalen
Meteoritensammlungen unter dem Aspekt des Tauschhandels
zu beleuchten (Abb. rechts zeigt Seite 2). Ward schreibt in recht gutem Deutsch und
bedankt sich bei Cohen für das von Cohen verfasste Heft
"Meteoriten in der Greifswalder Sammlung". Seinem Brief legt Ward eine Ausgabe
von "The Ward Collection of Meteorites" mit Preisliste bei. Die
Korrespondenz belegt unter anderem, dass die zeitgenössischen Meteoritenkataloge
der großen Museen, die gegen Ende des 19.Jhs in hoher Kadenz von den Kuratoren
publiziert wurden, anders als heute, im 19. Jh. noch eine wesentliche Funktion als
Tauschkataloge erfüllten. Der Brieftext lautet in Auszügen wie folgt:
"Rochester, N.Y., 12ten Dezember 1895
Herr Dr. E. Cohen. Greifswald.
Lieber Herr Doctor.
Ich muss sie danken für
die "Verzeichniss der Meteoriten in der Greifswalder Sammlung" den Sie mir gesandt haben.
Heute sende ich an Sie meine Meteorite Catalogue. Von dem wollen Sie sehen dass ich
bin auch ziemlich mit Meteoriten beschäftigt. Von Amerikanischen Meteoriten habe
ich augenblicklich etwa 100 Arten die von Gewicht von 5 bis 400.000 Gramms sind. Diesen
habe ich seit 20 Jahren bekommen, auf preisen die sind beteudend billiger als Ihre preisen
im alten Europa. Darum habe ich schon in meine (24) Reisen in Deutschland viele Erörterungen
gehabt mit Händlern und Liebhabern mit welchen Ich
wollte tauschen gegen Europäische Meteoriten machen. [...]
Ich sehe in Ihrem catalogue dass sie eine anzahl von Meteoriten persönlich besitzen.
Darf ich fragen ob Sie wollen von diesem mit mir eine tauschen gegen Amerikanische
Meteoriten machen" Ich möchte gern bekommen von die folgende No. von Ihrn Catalogue
[Aufzählung der Katalognummern folgt] Gibt es etwas in meinem catalogue dass Sie wollen
dagegen bekommen um den anzahl von Ihrn
Sammlung zu erhöhen?
In solchem Fall ich bitte Sie höflichst mir darüber zu
schreiben, und zwar mir irgend etwa Propositionen zu machen. Ich erwarte
mit freuden Ihren werthen Brief und verbleibe
Hochachtungsvoll Ihr Ergebenster
Henry A. Ward"
Die drei Dokumente, Brief, Katalog der Ward-Sammlung und Preisliste von
1896, wurden von A. Gren im Dezember 2007, gemeinsam mit weiteren, aus dem Inventar des Mineralogischen
Instituts aussortierten Bänden, von einem Buchantiquar erorben, bevor Sie in die
jetzige Sammlung gelangten. Es ist anzunehmen, dass Cohens private Bibliothek nach seinem Tod in der
Institutsbibliothek aufging.
Die obige Abbildung zeigt eine Seite aus Henry Wards
Meteoritenpreisliste von 1895. Auch sie trägt den Bibliotheksstempel des Königlich
Mineralogischen Instututs zu Greifswald. Darüber hinaus finden sich handschriftliche
Eintragungen Wards und Cohens(?) in dem Exemplar. Man darf also davon ausgehen,
dass sich die Korrespondenz der beiden auch nach 1895 fortsetzte.
Karrikatur aus dem Index von "The Ward Collection of Meteorites". Angestellte
und der Besitzer höchstpersönlich eilen auf die Straße, um just im Hinterhof
herabfallende Meteoriten mit allerlei Utensil einzufangen
Fortsetzung
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