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Der Schwerpunkt der Studiensammlung liegt auf morphologisch ausgefallenen oder besonders
charakteristischen Stein- und Eisenmeteoriten. Insbesondere auf solchen Meteoriten,
deren Gestalt, Oberfläche und Textur eine besonders ausgeprägte Formung durch den Atmosphärenflug
erkennen lassen. Unter diesem Aspekt wird die Sammlung
vornehmlich durch solche Exemplare erweitert, die kurz nach ihrem beobachteten Fall geborgen wurden. Eine
Auswahl an Wüstenfunden mit oft gut erhaltenen Oberflächen sowie eigene Wüstenfunde ergänzen
den Bestand.

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Beispiel einer Sammlungsnummer
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Ein zweites Sammlungsziel ist die Dokumentation einer möglichst großen Bandbreite typischer innerer
Charakteristika von petrologisch und chemisch unterschiedlichen Meteoritenklassen. Auch hier liegt der
Fokus auf ungewöhnlichen oder besonders stark ausgeprägten typischen Merkmalen, wie z.B. kontrastreichen
Chondrenmustern, starke Brekzierungen, Schockmerkmale oder ungewöhnlicher Einschlüsse. Aufgrund besonderer
Anforderungen der Konservierung von gesägten Eisenmeteoriten ist dieser Teil der Sammlung im Wesentlichen auf
Steinmeteorite begrenzt.
Die Sammlung wird über eine Datenbank verwaltet, die neben den allgemeinen Informationen zur Lokalität auch Fotos und
Spezifikationen des jeweiligen Sammlungsstücks speichert. Jedes Sammlungsexemplar wird mit einer zugehörigen
UV-beständig bedruckten Inventarkarte aus säurefreiem Karton aufbewahrt.

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Beispiel einer Inventarkarte, Originalgröße
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Die Inventarkarte enthält die Kerndaten zu Klasse und Lokalität des Meteoriten und die Inventarnummer des Stückes.
Jeder Meteorit der Sammlung trägt diese Inventarnummer in Gestalt schwarzer auf weißen
Grund aufgemalter Lettern zusätzlich auf seiner Oberfläche. Eine Verwechslung ist damit selbst dann ausgeschlossen,
wenn der Meteorit einmal versehentlich von seiner Inventarkarte getrennt wird.
Wir möchten dem Interessierten auf den folgenden Seiten die Möglichkeit geben, einen repräsentativen
Querschnitt durch die Sammlung online zu betrachten. Die Auswahl enthält besondere Ausstellungsstücke und wird regelmäßig
aktualisiert. Das Inventar ist in der Reihenfolge des Erwerbs gelistet, die jüngsten Akquisitionen
erscheinen zuerst. Lücken zwischen den Inventarnummern der gezeigten Exemplare sind
durch Referenzproben oder solche Meteoriten belegt, deren Klassifikation noch aussteht, diese Stücke
sind in der Auswahl nicht abgebildet.
Mit einem Sternchen " * " versehene Inventarnummern wurden entweder gestiftet, getauscht, als Doubletten verkauft oder
als Dauerleihgaben an Ausstellungen vergeben und sind nicht mehr in der Sammlung repräsentiert. Der auf den Aufnahmen
abgebildete Maßstabswürfel hat die Kantenlänge 1 cm.
Inventar
Inventar # B-0392
Henbury
Eisen, Oktaedrit, IIIAB
Northern Territory, Zentral-Australien
Fund: 1931 (Alderman)
TKW: > 2 MT
Individuum: 1,740 kg
Stark skulpturiertes 1.7 kg schweres Individuum des Henbury Eisenmeteoriten. Wie # 383 wurde auch dieses Exemplar in den
1970er Jahren durch den ehem. Kurator des Queensland Museums, Don McColl, rund drei Kilometer nordöstlich der Henbury-Krater gefunden.
Der Eisenmeteorit zeigt charakteristische durch Bodenätzung überformte Regmaglypten, deren Zwischengrate sich durch die selektive
Verwitterung zu messerscharfen Dornen entwickelt haben.
Inventar # B-0390
Sikhote Alin
Sikhote Alin Berge, Primorsky kray, Russland
Fall: 12. Februar 1947
TKW: > 20 MT
Individuum: 3.600 g
Korallenförmiges Individuum mit ausgeprägten Ablationsspuren und scharf definierten Regmaglypten.
Der Eisenmeteorit wurde im ungereinigten Fundzustand belassen, etwa achtzig Prozent der mit Schmelzrinde bedeckten Oberfläche sind erhalten.
Das Stück zeigt Fließlinien und Schmelzgrate. Sikhote Alin-Individuen in ungereinigtem Fundzustand gelten als rar.
Inventar # B-0389*
Sikhote Alin
Sikhote Alin Berge, Primorsky kray, Russland
Fall: 12. Februar 1947
TKW: > 20 MT
Individuum: 615 g
Knollenförmiges Individuum mit Regmaglypten. Auch dieses Exemplar wurde im ungereinigten Fundzustand belassen.
Etwa zwei Drittel der originalen mit Schmelzrinde bedeckten Oberfläche sind erhalten. Das Eisen zeigt Spritzgrate und Fließlinien.
Inventar # B-0386
NWA (Klassifikation ausstehend)
Stein, Chondrit
Nouadhibou, Mauretanien
Fund: 2010
TKW: 160 g
Endschnitt: 118,8 g
Unequilibrierter Chondrit aus dem von Mauretanien besetzten Teil der Westsahara. Obwohl das Innere des Meteoriten nur geringe Anzeichen
von Oxidation aufweist, ist aufgrund der fortgeschrittenen Winderosion und Patinabildung auf
der Oberfläche von einem höheren terrestrischen Alter auszugehen. Die Matrix zeigt ein dichtes Gefüge aus unterschiedlichen Chondrentypen sowie
gut sichtbares NiFe in teils größeren Aggregaten. Die vorläufige Klassifikation deutet auf einen L-Chondriten des Subtyps 3.9.
Inventar # B-0385
NWA (Klassifikation ausstehend)
Stein, Achondrit, Eukrit, AEUC
Marokko, Hammada du Fadmah
Fund: 2010
TKW: 51,8 g
Individuum: 51,8 g
Frisch anmutendes Exemplar eines HED-Achondriten aus der marokkanischen Hammada du Fadmah. Der Meteorit zeigt eine
gut erhaltene mattglänzende Schmelzrinde die von einem Netz aus Kontraktionslinien durchzogen ist. Die helle
feinkörnige Matrix ist typisch für einen monomikten Eukriten.
Inventar # B-0384
NWA 6471
Stein, Achondrit, Ureilit, AUR
Marokko (Westsahara)
Fund: 2010
TKW: 603 g
Endschnitt: 151 g
NWA 6471 wurde im Oktober 2010 als einzelner Stein in der Westsahara gekauft und anschließend durch Dr. A. J. Irving als Ureilit klassifiziert.
Bei dem Material handelt es sich um ein grobkörniges Aggregat aus Olivin und Orthopyroxen wobei
die Olivine charakteristische reduzierte metallhaltige Säume aufweisen. Der abgebildete Endschnitt hat zwei polierte
rechtwinklig zueinander liegende Schnittflächen. Die Rückseite weist gut erhaltene frische Schmnelzrinde
mit den für Ureiliten typischen, durch Abplatzen der Kruste im Flug entstandenen, Fehlstellen auf.
Inventar # B-0383
Henbury
Eisen, Oktaedrit, IIIAB
Northern Territory, Zentral-Australien
Fund: 1931 (Alderman)
TKW: > 2 MT
Individuum: 11 kg
Bei diesem spektakulären Eisenmeteoriten handelt es sich um ein 11 kg schweres stark skulpturiertes Individuum, das in den 1970er Jahren durch den ehem. Kurator des Queensland Museums, Don McColl,
rund drei Kilometer nordöstlich der Henbury-Krater gefunden wurde. Der Meteorit hat die Gestalt eines halbierten Kegels und zeigt tiefe,
nur leicht durch Bodenätzung überformte, Regmaglypten. Wie unschwer an der für diese Lokalität charakteristischen lateritroten Wüstenpatina zu erkennen ist, wurde der Meteorit
vom Finder im Fundzustand belassen.
Inventar # B-0382
Bassikounou
Stein, Chondrit, H5, S2, W0
Bassikounou, Hodh Ech Chargui, Mauretanien
Fall: 16. Oktober 2006, 04:00 Uhr
TKW: > 93 kg
Individuum: 581 g
Keilförmiges Individuum mit starken Ablationsspuren. Rund fünfundneunzig Prozent der Oberfläche des Meteoriten sind mit
fallfrischer primärer Schmelzrinde bedeckt. Das Stück zeigt auf einer Seite lange Fließlinien.
Eine kleinere Partie weist sekundäre Ablation und -Schmelzrinde auf. Nach
Angaben des Finders wurde dieses Exemplar erst zwei Jahre nach dem Fall entdeckt, dennoch zeigt es kaum
nennenswerte Oberflächenoxidation.
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