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Expedition 2004 - Die Story
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Die sorgfältige Erkundung befahrbarer Passagen durch die Randschluchten
der Hammadah spart Zeit und Reifen
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Zeitkapsel Sahara
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Asteroid Ida mit Mond Dactylus. Photo NASA.
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Unser Fund öffnet ein Fenster in die Vergangenheit.
Er ist ein Bote aus den Weiten des Asteroidengürtels.
Vor 200 Millionen Jahren hat ihn ein Einschlag aus einem
Mutterkörper von der Grösse eines Wohnblocks herausgesprengt und
aus seiner Bahn zwischen Mars und Jupiter katapultiert. Auf
seinem neuen Orbit um die Sonne hat er bereits die Bahn unseres
Planeten gekreuzt als gerade die ersten Flugsaurier ansetzten, den
Himmel des Urkontinents Gondwana zu erobern. Wie bei einem Rad, bei dem
die Schwungmasse abnimmt, kam er von Vorbeiflug zu Vorbeiflug, der Erde
immer näher, bis er schließlich, vom Massesog gefangen,
in deren Gashülle eintaucht.
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Reisende aus dem interplanetaren Raum
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Mittlerweile streifen altsteinzeitliche Jäger durch
die Savanne und ihnen bietet sich ein spektakuläres Schauspiel.
Aus dem Osten erscheint ein Lichtblitz, heller als die Mittagssonne, der
nach kurzem beginnt, die Farbe zu wechseln. Blitze zucken in seinem Streif
und wiederholt gehen Lichtbögen ab. Die Feuerkugel wird dunkler und zieht
nun einen Strahl aus tiefschwarzem Qualm hinter sich her. Sie scheint am
Zenith zu verharren bis sie jäh und nur noch als qualmender Schweif
am Horizont abstürzt. Ein furchtbares Donnern erschüttert
jetzt die Ebene.
Der Kiloschwere Brocken ist bereits kalt als er mit gut 220 Kilometern
pro Stunde aufschlägt und in einer Wolke aus Gesteinssplittern in eine handvoll Fragmente zerschellt.
Noch ist er mit seinen rund 4,5 Milliarden Jahren chemisch kaum gealtert. Das eiskalte Vakuum des Alls
hat ihn vor dem Verfall geschützt. Doch nun beginnt auch seine chemische
Uhr zu ticken. Bald versinkt er im Staub der Savanne. Die relative Feuchtigkeit,
die seine Bestandteile rasch oxidieren würde, kann ihm im sauerstoffarmen
Sediment nichts anhaben. Erst rund zehntausend Jahre vor unserer Zeit, die
Sahara hat mittlerweile Ihre heutige Gestalt angenommen, bringt ihn die
ständige Winderosion wieder an die Oberfläche. Obwohl als Fremdkörper
von weitem zu erkennen, taugt der Steinmeteorit nicht als Rohmaterial zur
Werkzeugherstellung. Im Gegensatz zu den Eisenmeteoriten macht ihn das uninteressant
für die jungsteinzeitlichen Nomaden die nun die Hammada durchstreifen.
Und auch diese Vorväter der Tibbu verschwanden bald
aus der "Dursthölle" der Hammda al Hamra. Wenn überhaupt waren
Sie die letzten Menschen, die den Stein zu Gesicht bekamen, bevor wir kamen
und ihn aus dem Staub hoben.
Heute viereinhalb Milliarden Jahre nach seiner Formung im Kondensat der
Urnebel, liegen Proben des Hammada-Meteoriten unter dem Massenspektrographen
des Instituts für Planetologie in Münster. Diese Proben werden
seine Geschichte erzählen. Dann wird das ehrwürdige Nomenclature
Commitee tagen und über eine dreistellige Nummer befinden. Diese wird
seinem Namen "Hammada al Hamrah" zugeordnet. Er wird eingehen in die Ahnenreihen
seiner Vorgänger. Denn als kosmischem Besucher steht ihm ein Eintrag im Gästebuch
dieses Planeten, eine Zeile im "Catalouge of Meteorites" zu. So steht es geschrieben - Inschallah.

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