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Expedition 2002 - Die Story
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Mit Treibstoff und Zigaretten beladene Pickups der "Konterbande". Die im Schmuggel involviertenTuareg weigern sich bis heute, die nach dem Ende der Kolonialherrschaft durch ihr Territorium gezogenen Grenzen zu akzeptieren. Da ihnen der Zugang zu Bildung und staatlichen Ämtern verwehrt wird, findet das risikoreiche Geschäft besonders unter jungen Targi reichen Zuspruch
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Sofort erkennen sie Aoutchiki, die Heuschrecke. Jeder möchte ihm die Hand schütteln. Abu Yussuf, der Anführer des Trupps, zeigt uns seine brandneuen Toyata-Pickups, die mit Zweigen getarnt und bis über die Kabine mit Zigaretten beladen zwischen den Büschen parken. "Benziner" erklärt er stolz. Jeder Fahrer erhält auf seiner Ladefläche Stauraum für eine eigene Kiste. Die, so Abu Yussuf, kann er in Algerien mit hohem Gewinn verkaufen.
Den Erlös streicht der Fahrer zusätzlich zu seinem Lohn ein. Trotz der guten Verdienstmöglichgeiten geben die meisten der jungen Männer auf meine Frage nach Ihrer Motivation eine andere Anwort. Es sei die Gefahr und das Abenteuer, das sie reizt: "always in the risk", das sei Ihr Motto. Und tatsächlich gibt es oft Verluste. Sie sind gezwungen, sich tagsüber in den Oasen und Schluchten zu verstecken, da algerische Kampfhubschrauber bis tief in den Niger hinein Jagd auf sie machen. Wird ein Konvoi entdeckt, teilen sich die Fahrzeuge und flüchten in verschiedene Richtungen. Die Helikopter konzentrieren sich dann auf ein Ziel. Erst wenn sich nichts mehr regt treten sie Ihren Rückflug nach Tamangrasset oder Djanet an. Dann gilt es, die Leichen zu bergen und zu bestatten.
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Der Fenek, das kleinste Hundeartige Raubtier
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Doch auch nachts droht Gefahr. Die Strecken von Versteck zu Versteck sind weit und so wird die verbleibende Zeit voll genutzt. Aufgeputscht mit Amphetaminen und Kokain fahren Abu Yussufs Männer in der flachen Wüste mit Geschwindigkeiten von einhundertachtzig km/h und mehr. Übersieht der Fahrer eine der flachen Sandverwehungen oder gerät er in den Bau eines "Fenek", ist ein schwerer Unfall die Folge. In den Dünenfeldern komme es oft zu Überschlägen, doch bei niedrigen Geschwindigkeiten könne das Auto und Fahrern nicht viel anhaben, erzählt Abu Yussuf.
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Abu Yussuf und Autor (l.)
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Als er unsere Kamera sieht, lädt er mich ein, ihn auf seiner Tour zu begleiten. Abu Yussuf möchte einen Film drehen, den er als Werbematerial an Toyota verkaufen will. "Die haben in ihren Büros in Niamey keine Ahnung, was ihre Autos wirklich können". Außerdem sei die Contrebande mit über tausend aktiven Fahrzeugen der größte innerafrikanische Kunde des Konzerns. Daß wir in die Ténéré wollen, um dort nach "Himmelssteinen" zu suchen, kann Abu Yussuf nicht glauben. Um mich umzustimmen, verspricht er, beim Marabut, dem religiösen Oberhaupt seines Stammes, einen "Kugelzauber" für mich zu erbitten. Ein solches Amulett würde "die auf mich abgefeuerten Kugeln umlenken", ich bräuchte mir also wegen der Helikopter keine Sorgen mehr zu machen.
Wir machen uns indes ganz andere Sorgen, denn auf unserer Fahrt ins Suchgebiet kommt starker Wind auf. Die Sicht in Bodennähe ist bald nur noch im nahen Umkreis unseres Geländewagens möglich. Der gefürchtete Ghibbli, der um diese Jahreszeit mehrere Tage anhalten kann, bleibt jedoch aus. Gegen Abend flaut der Wind ab, wir können ein Camp aufschlagen und die Suche für den nächsten Tag planen.
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Steinmeteorit in situ / Timmersoi
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Bereits gegen Mittag signalisiert unser zweites Fahrzeug einen Fund. Es ist der Siedlungsplatz eines steinzeitlichen Jägervolkes. Vielleicht beim letzten Sandsturm haben die wandernden Flugsandfelder die Fläche freigegeben. Nahezu unverändert liegen Steinwerkzeuge und Abschläge vor uns im Sand, wie sie vor rund 10000 Jahren zurückgelassen wurden. Zwei Pfeilspitzen aus schwarzem Silex lassen sich aufgrund ihrer auffälligen Retusche eindeutig bestimmen. Sie sind typisch für die Mikrolithen des zweiten Intermédiaire, den Übergang vom Epipaläolithikium zur Jungsteinzeit. In der Sahara herrschte zu jener Zeit ein feuchtwarmes Klima.
Es gab große Flüsse und ausgedehnte Seen. Die Savannen waren mit Buschwald bewachsen und boten ideale Bedingungen für reiche Großwildbestände die wiederum den Menschen, der ausgehenden Mittelsteinzeit als Lebensgrundlage dienten. Wir nehmen die Koordinaten des Platzes in unser GPS auf und dokumentieren einige Proben. Uns kommt der Fund als Datierungshilfe gelegen, denn mit seiner Hilfe lässt sich ein Mindestalter des Horizontes festlegen, auf dem wir unsere Suche fortsetzen.
Immer wieder stoßen wir auf prähistorische Geröllfelder, die auf den Satellitenbildern nicht zu erkennen sind. Sie datieren in eine Zeit, als es hier in den Niederschlagsperioden zu Flussbildungen und Deltaschüttungen kam. Die damals aus dem Air-Gebirge mitgeführten Gesteine bedecken heute weite Flächen der Tamesna-Wüste. Da es sich überwiegend um Plutonite und Vulkanite handelt, die nach Ihrem Abschliff als Flussgerölle auf den ersten Blick eine hohe Ähnlichkeit mit den vons uns gesuchten Gesteinen aufweisen, wird die Prospektion vom Fahrzeug aus nahezu unmöglich.
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