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Expedition 2002 - Die Story
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Garamantengräber in der östlichen Tamesna. Die bis heute unerforschte Nekropole, die während ihrer Nutzungsphase unweit der bedeutenden antiken Karawanenroute von Timbuktu zu den Handelsmetropolen der nordafrikanischen Küste lag, befindet sich heute fernab der frequentierten Pisten.
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Selbst für unser dünn besiedeltes Suchgebiet ist eine solche Fallbeobachtung nachgewiesen. Am Nachmittag des 21.August 1997 erschreckte ein Feuerball, der mit lautem Krachen, einen Rauchschweif hinter sich herziehend, senkrecht zur Erde stürzte, einen siebenjährien Tuaregjungen. Er war in den Schluchten des Mount Tazerzait auf der Suche nach einer verirrten Ziege und fand anderntags auch den Aufschlagort. Von dem Meteoriten, der sich als gewöhnlicher Chondrit mit geringem Eisenanteil herausstellte, konnten später 110 Kilogramm geborgen werden. Seine ursprüngliche Masse dürfte allerdings wesentlich höher gewesen sein.
Auch wir machen an diesem Tag noch einen Fund. Ein unscheinbares kieselartiges Steinchen, nicht einmal 30 Gramm schwer, entpuppt sich als Chondrit mit hohem Eisenanteil. Beim Absuchen der näheren Umgebung machen wir eine unerwartete Entdeckung. Neben jungsteinzeitlichen Keramikscherben, Silexklingen und zwei Mahlsteinen finden sich an einigen Stellen eisenerzhaltige Gesteine. Ein natürliches Vorkommen ist hier auszuschließen. Schlackenreste, die in großer Menge an der Oberfläche liegen, legen dagegen den Schluss nahe, dass die im Vorland des Air und Hoggar Gebirges gesammelten Erze von Menschen zur Verhüttung an diesen Ort gebracht wurden.
Auch wenn sich aufgrund der Fundlage an der Oberfläche kein zeitlicher Zusammenhang zwischen unserem Meteoritenfund und den neolithischen Siedlungs und Verhüttungsspuren herstellen lässt, besteht durchaus die Möglichkeit, dass die jungsteinzeitlichen Bewohner der Sahara Meteoreisen gezielt gesammelt und als Rohmaterial für ihre Werkzeuge weiterverarbeitet haben. Archäologische Funde aus Nordeuropa, Persien und den ägyptischen Königsgräbern erhärten diese These.
Die von den Ägyptern für das Wort "Metall" verwendete Hyroglyphe bedeutet etwa "vom Himmel gefallenes Eisen" und das wohl berühmteste Beispiel für die frühe Kenntnis ausserirdischer Metalle ist ein Prunkdolch aus Meteoreisen, den Howard Carter im Tal der Könige unter den Grabbeigaben Tutenchamuns fand.
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Zahlreiche Felsbilder und Gravuren künden von lange anhaltenden Feuchtphasen, in denen weite Teile der Sahara besiedelt wurden. Man unterscheidet fünf Epochen, von denen die älteste (Mitte: Darstellung einer Elefantenjagd) bis an das Ende unserer letzten Eiszeit vor 12.000 Jahren reicht. Neben naturalistischen Tier -und Jagdszenen begegnen in der Rundkopfepoche von 7.000 bis 5.000 vor Christus (oben) immer wieder stilisierte Figuren, die auf die mythologische Bildwelt der frühen Jägervölker weisen.
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Einen weiteren Anhaltspunkt für die frühe industrielle Verarbeitung von Meteoriten liefert die Statistik. Sie beziffert den Anteil der Eisenmeteorite an allen Fällen auf rund vier Prozent. Tatsächlich ist der Anteil der aus den nordwestafrikanischen Wüsten geborgenen Eisenmeteorite trotz vielfach idealer Fund- und Konservierungsbedingungen jedoch wesentlich geringer. Lediglich 0,2 Prozent der in der Sahara gefundenen Meteoriten sind Eisenmeteorite. Diese Anomalie ist bis heute nicht geklärt.
Legt man jedoch zugrunde, dass die vorchristlichen Bewohner der Sahara ähnlich ihren nordeuropäischen Zeitgenossen Meteoreisen über große Zeiträume gesucht und als Rohmaterial gehandelt haben, erhielte man einen Anhaltspunkt für den Schwund der Eisenmeteoriten. Für die Region des AirGebirges sind die ersten eisernen Pfeil- und Harpunenspitzen bereits um 2400 vor Christus belegt. Bis zur modernen industriellen Verarbeitung bliebe ein langer Zeitraum, in dem die nomadisierenden Völker das Himmelseisen an seinen Lagerstätten aufsammeln und weiterverarbeiten konnten.
Wir sind auf dem Weg in die nördliche Ténéré unserem zweiten Suchgebiet. Bevor wir das Air-Gebirge durchqueren, steuern wir Arlit an, um unsere Vorräte zu ergänzen. Elkontchi, unser Fahrer, der das Terrain aus den Tagen der Rebellion kennt, berichtet uns von künstlichen Hügeln etwa 160 Kilometer westlich Arlit.
Wir beschließen, die Route zu ändern, und den Ort zu besuchen. Bald kommt vor uns ein präislamisches Gräberfeld in Sicht. Über vierzig Grabhügel erstrecken sich über eine Strecke von drei Kilometern, manche davon an die sechs Meter hoch und etwa 25 bis dreißig Meter im Durchmesser.
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